25.03.2018 – Tag 24 – Versteigerung der Boliden

Heute ist der große Tag – die Versteigerung der Rallye-Fahrzeuge!
Nach der Poolparty am Vorabend ist es Vollstress, schon um 09:00 Uhr mit geputzten Autos zum Stadion zu starten. Vor allem, wenn das mit der Fahrzeugreinigung noch gar nicht erledigt ist…
Der Schlumpf steht beim Blue Kitchen in der Reinigung und muss abgeholt werden. Am Klärchen sollen Restarbeiten ausgeführt werden und Adler 1 sieht bisher aus wie Sau, obwohl der Auftrag gestern Abend an das Hotelpersonal erteilt wurde. Dazu muss man wissen, dass die Intensivreinigung innen und außen in der Stadt ca. 5 bis 6 Euro kostet. Der Schlumpf spendiert ebenda 20 Liter Diesel fürs Putzen. Am Hotel gibt Klärchen den großen 12V-Kühlschrank (unbezahlbar) her und Adler 1 die zwei Matratzen (ebay 20 Euro),die uns auf der Tour treu gedient haben. Während der Schlumpf aber supersauber ist, gibt es bei Klärchen Defizite, während Adler 1 nur nach massiver Intervention weiter bearbeitet wird. Und gleichzeitig wollen die Jungs den Innenausbau verwerten und fangen 20 Minuten vor Abfahrt mit der Demontage an. Aber nicht etwa mit Akkuschrauber sondern mit dem Handschraubendreher. Natürlich müssen sie nach zwei Platten und einem halb abgeschraubten Bett kapitulieren. Sieht jetzt doof aus und wir sind echt sauer. Auf der Konvoi-Fahrt ins Stadion und vor Ort wird noch ordentlich nachgeputzt!

Wieder legt sich über Serekunda / Banjul Staubdunst. So brennt uns die Sonne nicht so auf den Pelz. Wasser haben wir auch genug und so kann es los gehen. Alle Fahrzeuge werden vor dem Stadion zur Besichtigung durch potentielle Käufer aufgestellt. Um 10:45 beginnt die große Auktion unter Aufsicht des Zoll. Die hier gemeinnützig versteigerten Fahrzeuge werden nämlich nur mit dem halben Einfuhrzoll belastet. Das ist äußerst attraktiv für die Käufer und deshalb ist die Auktion auch gut besucht.
Die alten Fahrzeuge bringen hier oft mehr als sie zuhause gekostet haben, und so staunen einige Besitzer, dass ihre Fahrzeuge recht hohe Preise erzielen. Aber man sieht auch lange Gesichter, wenn der eigene Kaufpreis nicht überboten wird.
Sehr begehrt sind Transporter. Mit denen kann z.B. im Taxibetrieb Geld verdient werden. Und so setzt schon das 6. Fahrzeug ein Ausrufezeichen mit 225.000 Dalasis. Das sind umgerechnet knapp 4.000 Euro für den Iveco Daily. Das 11. Fahrzeug ist ein Jeep Cherokee KJ, der mit 4.900 Euro die Bestmarke für PKW und Geländewagen markiert. Aber auch ein ansehnlicher Mazda Tribute erziehlt ein Ergebnis von 4.500 Euro.
Mehrere VW T4 schneiden gleichfalls ordentlich ab, je nach Zustand 2.000 bis 3.000 Euro. Aber die sind auch in Deutschland nicht so billig zu haben.

Als 30. Fahrzeug kommt Klärchen dran. Mit seiner guten Optik und dem neueren Baujahr macht es einen souveränen Eindruck. Manko ist hier in Afrika dagegen die modernere Motorentechnik mit mehr Elektronik. Deshalb ist es auch eine kleine Überraschung, dass wir bei einem Kaufpreis von 2.500 Euro einen Versteigerungserlös von 250.000 Dalassis bzw. 4.450 Euro erzielen!

Es ist jetzt wirklich drückend heiß aber viele verfolgen weiterhin gespannt die Auktion. Per Megafon werden die Gebote vom Auktionator verkündet.
Als 41. Fahrzeug rollt der Schlumpf in die Arena. Der Preis schießt schnell in die Höhe und 250.000 Dalassis (4.450 Euro) sind schnell erreicht. Dann bricht lautstarker Tumult aus. Die Ursache ist nicht eindeutig zu erkennen aber es kommt zum Handgemenge und die anwesende Polizei muss einschreiten. Es dauert mehrere Minuten, bis die Ordnung halbwegs wieder hergestellt ist und die Auktion weitergehen kann. Scheinbar ist hier was Persönliches im Spiel, denn der Schlumpf erlöst einen Versteigerungsbetrag von 351.000 Dalassis, also sage und schreibe 6.250 Euro – und das bei einem Kaufpreis von 2.000 Euro! Das ist nicht zu toppen.

Der optisch nicht so ansprechende Adler 1, noch dazu in der kurzen, niedrigen Version kommt als 49. Fahrzeug zur Versteigerung und erzielt mit 154.000 Dalassi (2.750 Euro) ebenfalls einen respektablen Erlös. Und bei einem Kaufpreis von 1.750 Euro ergibt sich eine deutliche Spendensteigerung.

Highlight ist das 52.und letzte Fahrzeug, ein Mercedes-Benz 709 der Feuerwehr mit Kastenaufbau. Als erstes öffnet der Fahrer hinten die nach oben schwenkende Klappe und führt die dort installierte Dusche zum großen Erstaunen der Einheimischen und zur Belustigung aller Anwesenden vor (voll bekleidet).
Der Wagen erzielt dann auch außer Konkurenz 480.000 Dalasis (8.570 Euro)!

Insgesamt werden mit 52 versteigerten Fahrzeugen 7.453.000 Dalasis erziehlt. Das entspricht einer Spende von 132.770 Euro für die DBO.
Der Anteil des Red Eagle Team beträgt mit 755.000 Dalasis bzw. 13.480 Euro also mehr als 10 Prozent dieses tollen Ergebnisses.
In diesem Zusammenhang noch einmal einen herzlichen Dank an alle Unterstützer, die unsere Mission gefördert haben und vor allem an alle Spender, die sich finanziell an den Fahrzeugen beteiligt und uns so entlastet haben – DANKE DANKE DANKE!

PS: Die Beteiligung an unserem tollen Spendenergebnis ist hier immer noch möglich!

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